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Adelle Sego Higher Primary School

Im Rahmen des Bildungsprogramms ABC-2015 baut Menschen für Menschen Schulen in Äthiopien, um Hundertausenden Kindern Zugang zu Bildung und damit eine bessere Ausgangsbasis im Leben zu ermöglichen.

Die Schülerinnen und Schüler der Adelle Sego Higher Primary School im Westen von Äthiopien sind aufgeregt: Auf ihrem Schulgelände soll gebaut werden - neue Gebäude für Klassenzimmer, Büros, Lehrerunterkünfte und Toiletten. Die Gemeinde hat den Platz schon vorbereitet: Störende Bäume wurden gefällt und große Steine weggeschafft. Jetzt kann endlich gebaut werden.

Bis die neuen Schulgebäude fertig sind, lernen die 1203 Schülerinnen und Schüler in der alten Schule. Sie wurde in traditioneller Weise aus Lehm und Holz von der Gemeinde errichtet. Die Räume sind dunkel und zugig, in der Regenzeit tropft es durch das Dach, die Kinder sitzen gedrängt in den viel zu kleinen Räumen. Wer keinen Platz mehr auf den wenigen vorhandenen Bänken findet, muss auf dem Lehmboden sitzen. "Es ist nicht einfach, einer Gruppe von über 60 Kindern in diesen alten Klassenzimmern etwas beizubringen", erklärt einer der 22 Lehrer, die an der Schule unterrichten. "Wenn wir die neuen Klassenzimmer haben, dann müssen wir auch nicht mehr in Schichten vormittags und nachmittags unterrichten."
Wie wichtig für die Kinder der Region die Schulbildung ist, erkennt man an dem langen Schulweg, den einige Schüler auf sich nehmen müssen: Insbesondere die Mädchen und Jungen aus den Klassen 5 bis 8 gehen täglich bis zu zweieinhalb Stunden zur Schule, da es keine andere weiterführende Schule in der Umgebung gibt. Für die Kinder ist aber nicht nur der übliche Unterricht wichtig. Alle sind auch Mitglied in einem der acht Schulclubs, die es an der Adelle Sego Schule gibt und mit den "AGs" an deutschen Schulen verglichen werden können. Jeder Club wird von einem Lehrer geleitet und trifft sich alle zwei Wochen. Der Mädchenclub hilft Schülerinnen, die verheiratet werden sollen und meldet diese Fälle den Lehrern, damit diese zu den Eltern gehen und mit ihnen sprechen. Hier geht es auch darum, die Mädchen zu stärken und ihnen Mut zu machen, ihre Rechte einzufordern. Im Sozialkundeclub geht es allgemeiner um Rechte und Pflichten und darum, wie man ein Vorbild für andere sein kann. Im HIV-Club werden die Kinder über die Übertragungsgefahren und den Schutz vor der Krankheit informiert. Und im Handwerksclub stellen die Mitglieder Gegenstände wie Musikinstrumente für die Schule her. "Jeder Schüler muss sich als Mitglied bei mindestens einem Club engagieren - aber die meisten Schüler sind ohnehin freiwillig und mit Begeisterung dabei", erklärt eine Lehrerin. Schließlich haben die Kinder in dieser abgelegenen Region keinerlei Freizeitangebote und so bieten Schulclubs die einmalige Möglichkeit, ihren Ideen und Problemen durch Theaterstücke Ausdruck zu verleihen, Informationen über Umweltschutz zu erhalten oder Fragen zu den Rechten von Mädchen zu stellen.
Die Schülerinnen und Schüler der Adelle Sego Schule pflanzen auf dem Gelände zudem Nutzpflanzen wie Avocado, Mango, Zuckerrohr und Kaffee an und verkaufen die Produkte in der Gemeinde. Letztes Jahr konnte die Schule zum Beispiel 1300 kg Kaffeebohnen verkaufen. Mit den Einnahmen werden Schulmaterialen und das Gehalt des Schulwächters bezahlt. 


Auf dem Schulgelände der Adelle Sego Higher Primary School treffen wir Nasir Bula. Der 14-Jährige geht in die 4. Klasse und versucht, mit uns Englisch zu sprechen - wann sonst hat er die Möglichkeit, das im Schulunterricht Gelernte anzuwenden? "Natürlich gehe ich gerne zur Schule", erklärt Nasir uns ernst. "Deswegen macht es mir auch nichts aus, eine halbe Stunde zur Schule zu laufen. Und jetzt freue ich mich auf die neuen Klassenzimmer mit Fenstern, schönen Bänken und Tischen." Auf Nasirs Stundenplan stehen jeden Tag fünf Unterrichtsstunden. Am liebsten mag er Oromifa, die Sprache, die hier in der Region gesprochen wird. Sport mag er dagegen gar nicht. Aber der schmale Junge tut ja auch so jeden Tag genug: "Nach der Schule helfe ich mit meinen drei Geschwistern meinen Eltern. Ich hüte unser Vieh, manchmal muss ich auch Wasserholen. Wenn ich noch Zeit habe, mache ich Hausaufgaben und lerne für die Schule. Weil wir aber kein Licht haben, kann ich nicht immer meine Hausaufgaben machen." Dieses Problem haben die meisten Schulkinder in Äthiopien: Aufgrund der Nähe zum Äquator wird es das ganze Jahr über gegen 18:00 bis 19:00 Uhr dunkel -  aber 80 Prozent der Menschen in Äthiopien haben keinen Zugang zum Stromnetz und sitzen somit abends im Dunkeln. 

Fadila Musbao geht bereits in die 6. Klasse der Adelle Sego Schule. "Am liebsten mag ich die naturwissenschaftlichen Fächer wie Biologie, Chemie und Physik", erklärt die 12-Jährige schüchtern mit hochgezogenen Schultern. Vom kleinen Haus der Familie bis zur Schule läuft Fadila jeden Tag 20 Minuten. Alleine muss sie allerdings nicht gehen, denn auch einige ihrer fünf Geschwistern besuchen die Adelle Sego Schule. "Weil ich fünf Geschwistern habe, können wir alle meinen Eltern bei der Arbeit helfen. Es bleibt trotzdem noch genug zu tun: Ich hole nach der Schule Wasser von einem Brunnen, sammle Feuerholz zum Kochen, backe Injera." Injera ist das traditionelle Essen in Äthiopien: Ein großer runder Fladen, der leicht säuerlich schmeckt und der mit Gemüse oder Fleisch mit der Hand gegessen wird. "Manchmal arbeite ich nach der Schule auch im Laden, den meine Eltern hier in der Nähe haben. Dort verkaufen wir das von mir oder meiner Mutter gebackene Injera sowie andere Teigwaren und Getränke." Auch heute muss Fadila im Laden helfen. Sie läuft von der Schule zum Laden, dort löst sie ihren Bruder ab und übernimmt souverän die Bedienung der Gäste. "Hoffentlich komme ich dann noch bei Helligkeit nach Hause, damit ich noch für die Schule lernen kann", erklärt Fadila zum Abschied.

Willst auch du dazu beitragen, dass mehr Kinder in Äthiopien zur Schule gehen können? Dann mach mit bei "Generation ABC-2015"!


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Kommentare

Kinderhilfe
am 02.01.2010
um 16:04 Uhr
Kinderhilfe

ich finde es cool das wir den Kindern helfen können


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ichwillgerechtigkeit

"60.000 EURO! Das ist doch ein hammer Stand! Wenn wir jetzt alle weitermachen und kräftig daran arbeiten, dann wird es mehr und mehr ! =) Und dann wird es gar nciht so lange dauern…"

Die 60.000 Euro-Marke ist geknackt

Kinderhilfe

"ich finde es cool das wir den Kindern helfen können"

Adelle Sego Higher Primary School

ichwillgerechtigkeit

"ohja und wie Bad Camberg rockt! ;) wenn wir irgendwas tolles planen, lad ich dich ein und dann siehst du wie es rockt =D"

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Redaktion-Leena

"... ich sehe schon: Bad Camberg rockt! :-)"

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